Zigarrenfabrikant Friedrich Balz-Brand

Friedrich Balz kam 1884 als einfacher Bauernbub mit seinen Eltern aus dem Bernbiet nach Läufelfingen. Als junger Mann begann er, mit Stroh zu handeln, dann mit Petrol. Er kaufte sich in unmittelbarer Nähe der Bahnstation ein grosses Stück Land. Der Petrolhandel florierte, schon bald konnte für seine Familie – die Frau kam ebenfalls aus dem Bernbiet –die herrschaftliche «Villa Balz» gebaut werden. Weil Fritz Balz nicht Mitglied des Petrol-Trusts war und von daher Repressionen gewärtigen musste, stieg er frühzeitig auf einen zweiten Erwerbszweig um. Aus dem aargauischen Menziken kamen Fachleute und lernten Läufelfinger Arbeitskräfte in der Herstellung von Zigarren an. Dreissig bis fünfunddreissig Arbeitsplätze wurden so geschaffen. Es waren hauptsächlich junge Mädchen, die nach der Konfirmation hier eine Anstellung fanden. Im Jahr 1910 entstand der für die damalige Zeit sehr moderne Fabrikneubau beim Bahnhof. Das Ehepaar Balz brachte es zu beträchtlichem Wohlstand, die Ehefrau war sozial eingestellt und tat viel Gutes im Dorf. Der erste Kindergarten wurde von ihrem Geld gestiftet. Nach dem tragischen Tod des erst neunzehnjährigen Sohnes alterten die Eltern rasch, sie wurden beide keine sechzig Jahre alt. Die Fabrik wurde 1928 verkauft, aus der «Zigaari» wurde nun eine «Zuckeri», eine Zuckerfabrik. Die Ära Balz war zu Ende.

 

 

Belegschaft der Zigarrenfabrik 1910

 

 

 

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